Die ritterliche Brattig-Kommission mit (von links) Ludwig Suter, Benno Stocker, Margrit Stocker, Dominik Thali, Beat Felder und Esther Galliker. | © 2019 Reto Bieri, Seetaler Bote

Die neue Seetaler Brattig handelt von Burgen und Schlössern – aber auch von einem Namensforscher, einem Aescher Pferderennen und dem Hanfanbau. Das neue Werk über Seetaler Geschichte und Brauchtum ist ab sofort erhältlich.

Auch die 42. Seetaler Brattig wartet mit einer grossen Vielfalt an interessanten Geschichten auf. Der Schwerpunkt liegt auf Burgen und Schlössern, unter anderem im Kalendarium von Josef Durrer fotografisch festgehalten. Bauliche Zeugnisse aus der Vergangenheit gibt es im Seetal bekanntlich eine Vielzahl. Einen spannenden Einblick ins Thema Burgen bietet der Artikel über die Ruine Oberreinach. Das Bauwerk in Herlisberg aus dem 13. Jahrhundert war ursprünglich eine von insgesamt drei Stammburgen der Ritter von Reinach – und die einzige noch erhaltene. Speziell ist, dass sich das Bauwerk wieder im Besitz der Gründerfamilie befindet. Im 16. Jahrhundert hatte die Familie von Reinach zwar ihre Herrschaften in den Kantonen Aargau und Luzern verkauft und etablierte sich später im französischen Adel. Im 19. Jahrhundert kaufte die Familie die Burgruine Oberreinach aber zurück, das sei in dieser Zeit in vielen adligen Familien üblich gewesen.

Mit Ross und Wagen
Ein ganz anderes Thema behandelt der Artikel über die legendären Bauernpferde- und Ponyrennen in Aesch. Anfang der 1960er-Jahre wurden diese innerhalb weniger Jahre enorm populär, tausende von Pferderennfans pilgerten in die Gemeinde am Hallwilersee. Im Rekordjahr 1965 waren es rund 13 000 Personen, sogar das Fernsehen berichtete über den damals grössten Sportanlass der Zentralschweiz. Publikumsmagnet waren die Vierspänner-Pneuwagen. Vier Gespanne massen sich auf einem tausend Meter langen Rundkurs. Bei der Brattig-Präsentation am Montagabend zeigte Autor Peter Christen bislang unveröffentlichte Film­aufnahmen des Anlasses (das Video findet sich hier).

Lesenswert sind natürlich auch die weiteren Brattig-Artikel, wie zum Beispiel jener über Georges Eduard Pfyffer von Heidegg, der ein Jahr lang privater Sekretär der britischen Königin Victoria war, der damals mächtigsten Herrscherin der Welt. Ein weiterer Brattig-Artikel beleuchtet das Comeback des Hanf, der umstrittenen Pflanze, die auch im Seetal wieder angebaut wird. Und ein Namensforscher schaut der alteingesessenen Seetaler Bevölkerung im Namen der Wissenschaft aufs Maul, zum Beispiel in «Gebuflüe». Oder heisst es doch «Gübuflüe»? Nachzulesen in der neuen Seetaler Brattig.

Die neue Brattig ist ab sofort am Kiosk, in Papeterien, Buchhandlungen und am Herbstmarkt Hochdorf erhältlich und wird zudem durch Schulkinder verkauft. www.seetalerbrattig.ch

Reto Bieri, «Seetaler Bote»

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